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Stadt als Beute (CD)
Soundtrack zum Film, erschienen bei Normal Records.
Jede Stadt hat ihren eigenen Soundtrack. Sie gibt den Rhythmus - Musik übersetzt ihn in Töne. Verändert sich die Stadt, wird sich die Musik dazu verhalten. Junge Bands wie Kissogram, Jeans Team oder Don Phillippe stehen für Glamour und Dekadenz aber auch für energetische Beats, Stilbrüche und Auseinandersetzung mit der Stadt. Die Texte umkreisen das Leben in der Metropole, die Menschen in ihr, Banales und Wahres, Jungs und Mädchen.
Performt mit der unerschütterlichen Wahrheitsfähigkeit von Songtexten loten die Berliner Electroclasher Künstlichkeiten und Empfindsamkeiten der bundesdeutschen Großstadt-Gegenwart aus und besingen sie mit Kulthymnen und Herzstücken.
1. KISSOGRAM - Forsaken People - Single Edit (3:57)
2. PHILIPPE KAYSER - Goldfischen-Thema (2:48)
3. DEAD MEADOW - Me And The Devil Blues (3:37)
4. PHILIPPE KAYSER - Zwischenzeitlich (2:13)
5. JULIA HUMMER - Bowling in Woodstock (3:07)
6. NAKED LUNCH - The Retainer (3:52)
7. PHILIPPE KAYSER - Jaguar in der Nacht (2:24)
8. BOY FROM BRAZIL - Mainliners Sect (4:13)
9. DEAD MEADOW - Wayfarers All (1:42)
10. MINA - Sitcom Warriors Remix - No 6 (4:43)
11. PHILIPPE KAYSER - Dämmerung (2:07)
12. KISSOGRAM - Sad Boy (5:55)
13. NAVEL - I could see this gift (5:47)
14. JEANS TEAM - Boat Music (7:04)
15. PHILIPPE KAYSER - Heroinoper (2:54)
16. KISSOGRAM - Forsaken People (5:59)
Gesamtzeit: 62:22 min
Zu jeder der drei Episoden des Films suchte jeweils die Regisseurin selbst die Songs aus:
MARLON
»Songs in Filmen sind wie Inseln. Hier kann sich die Geschichte ausruhen und abschweifen. Aber diese Ruhe wird Marlon in meinem Film nicht gegönnt. Marlon muss immer weitergehen, um sein Ziel zu erreichen, er wird durch die Stadt getrieben, durch den mythischen Wald. Ich brauchte für meinen Film eine Filmmusik, in der das Treibende vorherrscht. Der Score musste sich der Dramaturgie der Geschichte anpassen und auf den Endschnitt komponiert werden.
Don Philippe ist der ideale Partner, wenn minimalistische Beats und treibende Rhythmen gefragt sind. Seine Musik dominiert nie die Bilder, und sie harmoniert mit O-Tönen und dem Soundesign. Dennoch interpretieren seine Stücke die Filmsequenzen mit einer leisen Ironie. Auch die überall spürbare latente Bedrohung geht von den Klängen aus. Sie scheint Marlons Innenwelt zu entwachsen und illustrieren seinen inneren Zustand.
Don Philippe gründete mit Max Herre die Band »Freundeskreis« und war Co-Produzent des ersten Albums von Joy Denalane. Zur Zeit arbeitet er als Komponist, Gitarrist und Produzent mit der spanischen Sängerin Laura López Castro »Stadt als Beute« ist unsere zweite Zusammenarbeit nach der Filmmusik zu »Otomo« von Frieder Schlaich.«
Mehr über Don Philippe: www.donphilippe.net
(Irene v. Alberti)
LIZZY
»Musik ist für mich so wichtig wie das Drehbuch, die Kamera, die Schauspieler, der ganze Film. Dabei geht es mir um Songs im Film. Immer wenn ich anfange eine Drehbuchidee zu entwickeln habe ich mindestens einen Song vor der Geschichte, der sie überhaupt erst entstehen lässt und beeinflusst und die ich nicht suche, sondern die von selbst kommt. Bei der Episode Lizzy war dieser Song Me and the Devil Blues von »Dead Meadow« (Sie kam über Marc O, einen Musiker aus New York, den Freund meiner Schwester, der bei einem Label Artdirector ist und das Cover gestaltet hat.) Um so besser wenn es gelingt, diesen Song auch wirklich zu bekommen, was ja nicht einfach ist, weil oft nicht bezahlbar. Ein Lied kann mehr kosten als der ganze Film.
Ich gehöre nicht zu den Regisseuren, die sagen, erst wenn eine Szene auch ohne Musik funktioniert, dann ist sie gut. Szenen ändern ihre Tiefe mit Musik und ich erlaube mir dieses Mittel. Wenn Julia Hummer in ihrem Song »Bowling in Woodstock« »Please touch me« singt, nimmt ihre Stimme einen mit, vom Theaterprobenalltag in die Tabledancebar, und unterstützt Traurigkeit und Hoffnung in diesem Moment. »Boy from Brazil« gibt dem Rush Hour etwas von einem sehr fremden, unerreichbaren Ort, »Dead Meadow« mit ihrem psychedelischen Sound lassen die Bar wie einen fernen David-Lynch-Traum sein... Mit Musik werden Orte und Momente international, Berlin kann auch in Los Angeles sein. Mit »Naked Lunch« bekommen die Küsse von Inga Busch, Stipe Erceg und Julia Hummer, zwischen Champagner und Glitzermakeup eine unbestimmte Sehnsucht.
Songs im Film erlauben dem Zuschauer zusätzlich zu dem, was sie sehen, eine Reise in eigene Träume. Es passiert einfach noch mehr als nur der Film.«
(Miriam Dehne)
OHBOY
»Schon während der Konzeption meiner Episode stand für mich fest, ich würde gerne einen Song der Sitcom Warriors für meinen Soundtrack benutzen. Die kraftvolle Energie und Glamrock-Atmosphäre ihrer Songs passte für mich genau zu meinem Bild des Strassenzockers Ohboy.
Leider gab es von dieser Band kaum etwas auf Tonträger und ich selber hatte nur einen Song (Mina - No 6 - Sitcom Warriors Remix) aus einer Compilaton-CD, der zwar super passte, aber nicht als Thema für den ganzen Film ausgereicht hätte.
Patrick Wagner, mit dem ich schon für »alaska.de« bei seinem damaligen Label Kitty Yo super zusammengearbeitet hatte, gründete zu der Zeit gerade sein neues Label Louisville.
Wie es der glückliche Zufall wollte, hatte er Jonas Poppe und Sebastian Dassé, die Köpfe hinter den Sitcom Warriors, mit ihrem anderen Projekt Kissogramm bei Louisville unter Vertrag genommen und mir kurz vor den Dreharbeiten ihre neue CD in die Hand gedrückt. So fügte sich eins zum anderen:
Mit »Sad Boy« und »Forsaken People« fand ich sofort zwei Stücke, die wie für Ohboy geschrieben schienen. Der Band und Louisville gefiel der Film und wir konnten nicht nur »Forsaken People« als Titelsong gewinnen, sondern ebenso Patrick Wagner als Musikberater. Mit Tracks von Jeans Team, Naked Lunch und Navel wurde dadurch der Klangteppich unseres Filmes um weitere schöne und kraftvolle Stücke erweitert.«
(Esther Gronenborn)
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