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NEUE VISIONEN ist kein »Kleinverleih«,
»special interest« noch »Nische«, sondern zeichnet
sich durch seine Unabhängigkeit aus. Ein »Independent«
also. Unabhängig in der Filmauswahl, aber nicht beliebig.
Durch uns kommt großartige Filmkunst in die Kinos. Filme von Ken
Loach und Jean-Luc Godard, Publikumsrenner wie Die Totale Therapie und
England!, Filme auf der Höhe der Zeit wie Bread and Roses oder Ressources
Humaines und Kinoperlen wie Verrückt nach Paris oder Nói Albinói,
bisher unentdecktes aus Osteuropa, sowie ein starkes Repertoire mit über
100 Filmklassikern von Casablanca bis Tanz der Vampire.
Keine teuren Empfänge, keine Börsenkurse oder Output Deals,
dafür Kontinuität und gute Filme. Unsere Motivation, diese Filme
erfolgreich in die Kinos zu bringen, ist zudem die Grundlage unserer Ökonomie.
Damit bestehen wir seit 1997 - das ist sehr viel in dieser Zeit und doch
nur der Anfang.
Pressezitate zum Neue Visionen Filmverleih:
»Das Programm wächst anspruchsvoll« [Filmecho]
»Die vor fünf Jahren gegründete Firma kann als Musterbeispiel
dafür dienen, dass von großen Verleihern als wenig relevant
eingestufte Kinofilme bei gezieltem Marketing durchaus ihr Publikum finden
können.« [Berliner Zeitung]
Unternehmensgeschichte:
Unser Filmverleih wurde 1997 von Wulf Sörgel und Torsten Frehse gegründet.
Beide haben in den Jahren zuvor bereits beim Lichtblick Kino in Berlin
gearbeitet. Zu unseren ersten Filmstarts gehörten die Wiederaufführung
des surrealistischen Films Black Moon von Louis Malle, der österreichische
Spielfilm Suzie Washington und Express, Express aus Slowenien von Igor
Šterk.
Mit unseren Erstaufführungen Die Totale Therapie und England konnten
wir in den Jahren 2000 und 2001 erstmals mehrere 10.000 Besucher begeistern,
weitere Höhepunkte waren die Kinostarts von Ken Loach Filmen wie
Bread and Roses oder The Navigators.
In den letzten Jahren haben wir jeweils zehn Filme gestartet. Unter anderem
Publikumsrenner wie Verrückt nach Paris, Nói Albinói
und Wilde Bienen. Mit Dokumentarfilmen wie Starbuck Holger Meins, Große
Freiheit – kleine Freiheit, Testamento und Filme wie Die Ritterinnen
haben wir versucht, die jüngste politische Vergangenheit zu thematisieren.
Immer wieder im Gespräch sind unsere Wiederaufführungen, z.
B. der vier Filme von Jean-Luc Godard oder des »Films der Filme«
Casablanca.
Filmauswahl:
NEUE VISIONEN hat keine spezielle Ausrichtung insofern, als dass wir nur
Filme aus einem ganz bestimmten Sprachgebiet oder der Lebenswelt einer
einzigen Subkultur in unser Programm nehmen würden. Dennoch sind
wir in unserer Auswahl nicht beliebig.
Wir sind der Meinung, in den letzten sechs Jahren einige sehr gute Filme
ins Kino gebracht zu haben, von denen alle den Weg ins Kino sonst nicht
geschafft hätten, obwohl es für sie ein Publikum gibt.
Natürlich gibt es dennoch einige Schwerpunkte in unserer Filmauswahl.
So wird am Programm deutlich, dass wir uns besonders interessieren für:
Europäische Filmkunst, sozialkritische Filme, osteuropäische
Filme, engagierten Dokumentarfilm, Junges deutschsprachiges Kino, alternative
Lebenswelten, Filme von Frauen, afrikanisches Kino.
Unsere Filmauswahl richtet sich bis jetzt nicht nach dem Vorlieben der
Förderer. NEUE VISIONEN hat immer wieder (uninteressante) Filme abgelehnt,
bei denen eine Verleihförderung möglich gewesen wäre. Stattdessen
wollen wir Filme in den Verleih nehmen, die unser eigenes Profil schärfen.
Arbeitsweise:
Auch grundsätzlich ist unsere Arbeit bestimmt durch Prinzipien der
Sparsamkeit. Fehlendes Budget, zum Beispiel für Zeitungsanzeigen,
gleichen wir mit zusätzlicher Pressearbeit, Medien- und Werbepartnerschaften
annähernd aus.
Dazu kommt eine durchweg positive Reaktion auf eine für kleinere
Filmverleihe ungewöhnlich umfangreiche Ausstattung der Filme wie
Standardplakate, Pressematerial, vor allem Flyer, Postkarten, EKP, Aushangsätze,
Aufkleber, Trailer, zum Teil sogar T-Shirts, Streichhölzer und Arbeitsmaterialien
für Lehrer.
Wir sehen diese umfangreiche Ausstattung nicht als Luxus, sondern als
unbedingte Notwendigkeit, um die uns wichtigen Filme einem Publikum zugänglich
zu machen und damit jedem Film eine Chance zu geben.
Filmpolitik
Wir finden es über unsere eigentliche Verleiharbeit hinaus wichtig,
uns filmpolitisch einzumischen. So sind wir zum Beispiel nicht nur Mitglied
der AG Verleih unabhängiger Filmverleihe und des Verbandes der Filmverleiher,
wir bestehen zudem darauf, in den Verbänden und bei anderen Möglichkeiten,
wie Pressegesprächen oder Podiumsdiskussionen, unsere Positionen
zu vertreten.
Repertoire
Ein weiterer Bestandteil unseres Konzepts ist der Aufbau eines umfangreichen
Repertoireprogramms, in dem sich nicht nur unsere eigenen Kinostarts der
letzten Jahre wiederfinden, sondern wir bemüht sind, auch Filme zu
betreuen, welche unbedingt ins Kino gehören, aber in den letzten
Jahren nicht mehr im aktiven Filmverleih waren. Entweder, weil es bisherige
Verleihunternehmen nicht mehr gibt, oder, weil diese sich nach der ersten
Auswertungszeit nicht mehr für diese Filme interessieren.
Klassikerprogramm und Wiederaufführungen
Im Jahr 2003 haben wir unser Repertoireprogramm wesentlich erweitert und
für unsere Filmklassiker einen eigenen Katalog erstellt. Wir waren
uns darüber im Klaren, dass die Betreuung eines solchen Programms
einen erheblichen Aufwand darstellt.
Ein Großteil der Filme befand sich in den letzten Jahren bei verschiedensten
Verleihfirmen und Lagern. Alle Kopien mussten gesichtet, viele repariert
werden. Unser Ziel war es, viele dieser Klassiker wieder in einen adäquaten
Form für die Kinobetreiber und das Publikum anzubieten, Lust zu machen,
Reihen zusammenzustellen und Filmkunstgeschichte engagiert anzugehen.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung unseres Klassiker-Katalogs
haben wir den vielleicht berühmtesten Film der Geschichte, „Casablanca“
als Wiederaufführung neu in die Kinos gebracht. Dass dieser so viel
zitierte Film, der in zahlreichen Dekorationen, Büchern oder in den
Erinnerungen von Generationen Kinobesuchern überliefert ist, quasi
in der Ecke eines börsennotierten Unternehmens lag, ist ein Treppenwitz
der Ökonomie der letzten Jahre. Wir haben mit neuen Kopien „Casablanca“
erstmals als OmU-Fassung in die Kinos gebracht und eine sehr gute Resonanz
erhalten.
Dispositionsagentur
Seit dem Jahr 2002 nehmen wir auch Filme anderer Filmverleihfirmen in
unser Dispositionsprogramm, d. h. in die Vermietung an die Kinos. Andere
Filmverleihunternehmen, Filmproduzenten oder sonstige Rechteinhaber haben
so die Möglichkeit, unsere Infrastruktur in den Bereichen Filmvermietung,
Transport, Werbeversand und Filmabrechnung zu nutzen. So waren wir dabei,
dass Filme wie „99 Euro Films“ oder „Wir“ ein
breites Publikum erreichen.
Ausblick
Nun müssen wir realistisch bleiben: immer noch gehen Millionen Kinobesucher
in die peinlichsten Mainstream-Filme, und wir sind bereits stolz, dass
wir mit einigen unserer Filme etwas mehr wahrgenommen wurden als noch
einige Jahre zuvor. Das reicht uns natürlich nicht. Die kleinen Erfolge
und die Reaktion auf unsere Themensetzung im letzten Jahr haben wir als
eine Ermutigung verstanden, unsere Arbeit in dieser Form fortzusetzen.
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